FMX 2018: Der erste Tag

Logo der FMX 2018

Da ich S-Bahn-Fahren nicht so sehr mag, war ich froh, glücklicherweise einen Regional-Express nach Stuttgart zu erwischen. Am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen, kaufte ich mir noch schnell ein Croissant und begab mich dann mit der Stadtbahn zum Schloßplatz, von wo aus das Haus der Wirtschaft, in dem die FMX 2018 stattfindet, bequem zu erreichen ist. Bei der Registrierung traf ich denn auch Frau Steller, die es 2007 ermöglicht hat, dass ich zur FMX akkreditiert wurde.

Mein Presseausweis

Ein Punkt, den ich mir – abgesehen von einer allgemeinen Orientierung – für den ersten Tag vorgenommen hatte, war ein Besuch beim sog. Recruiting Hub, genauer gesagt an den Ständen von Double Negative und Framestore. Im Vorfeld der FMX 2018 hatten mir ja beide Firmen freundlicherweise Stills für zwei Beiträge hier auf :: graf-o-matic :: zukommen lassen.

Das Team von Framestore auf der FMX 2018

Beide Teams waren ausnehmend freundlich, wenn auch etwas distanziert, und so ging ich nach einem kurzen Hallo auf die Suche nach dem Raum für die Presse. Als ich nach einer kleinen Odyssee zuerst im Erdgeschoß des nebenbei baulich sehr schönen Hauses der Wirtschaft vergeblich nach dem Presseraum gesucht hatte und dann im 4. Stock, in den man mich verwiesen hatte, ebenfalls nicht fündig geworden war, landete ich schließlich im 2. Stock, wo sich eine der FMX-Angestellten mit Inga von Staden unterhielt, die ich noch von meiner ersten FMX im Jahre 2007 her kenne, als sie – auf Englisch – einen sehr schönen Vortrag zum Thema „Web 2.0“ gehalten hat, und die inzwischen zum Program Board der FMX gehört. Ich habe auf der Liste der Sprecher der FMX nachgeschaut, ob Frau von Staden auch dieses Jahr wieder einen Vortrag halten würde, was aber leider nicht der Fall ist. Schade!

Schild am Eingang zum Presseraum der FMX 2018

Von der FMX-Angestellten erfuhr ich jedenfalls endlich, dass sich der Presseraum im 1. Stock befinden würde, und er war dann auch durch die bei der FMX durchgängig rote Beschilderung nicht zu verfehlen, und nachdem ich eine Tasse Kaffee getrunken hatte, machte ich mich auf, um die FMX zu erkunden. Dazu muß ich noch anmerken, dass sich der Presseraum direkt neben dem School Campus befindet, der doch relativ laut ist. Im Kontrast dazu ist der Presseraum trotz offener Tür doch so etwas wie eine Oase der Ruhe, sofern das überhaupt bei einer Konferenz dieser Dimension möglich ist.

Hmm, wo war ich nun überall? Abgesehen vom Recruiting Hub, den ich ein paarmal besuchte, sah ich mich etwas im Market Place (ich weiß, das ist alles auf Englisch, aber die FMX ist eben nun mal eine internationale Konferenz) um. Vor allem hatten es mir die Stände mit VR-Simulationen angetan, aber da dort überall mehrerer Leute anstanden, bin ich eben weitergegangen. An einem Stancd mit einer CAD-Software sprach ich kurz mit einem jungen Mann, der, wie sich herausstellte, wie ich Blender benutzt und der dankbar war, dass ich ihm von dem Vortrag „Using Blender for Movie Production“ von Ton Roosendaal, dem Gründer der Blender Foundation, am Donnerstagnachmittag erzählte. Das hätte er noch nicht gewußt. Im angrenzenden Turm A (oder war es Turm B? ich bringe das immer durcheinander) befand sich die Suite von Autodesk. Zu meiner Enttäuschung lief dort auf einem großen Monitor lediglich eine Demonstration von 3DS MAX, während ich mich darauf gefreut hatte, die neueste Version von Maya kennenzulernen. Na ja, vielleicht klappt das ja morgen.

Das Haus der Wirtschaft heute morgen

Dann war ich noch am Stand des Renderers V-Ray, wo ich erfuhr, dass der in Blender integrierte Renderer Cycles doch nicht so schlecht sei. Ich möchte ja Blender zum Character Modeling benutzen und habe kurz mit dem Gedanken gespielt, mir zum Rendern neben dem – übrigens kostenlosen – Blender-Plug-in einen Render-Node von V-Ray zu kaufen, der pro Node € 200,- netto kostet. Ich habe bei Frau Steller übrigens Interesse an einem Interview mit Ton Roosendaal angemeldet, und wer weiß, vielleicht klappt das ja die nächsten Tage. Ich werde dann jedenfalls hier davon berichten.

Ich war dann noch kurz bei einem Stand von SAE, die ja auch eine Niederlassung in Stuttgart-Feuerbach haben und laut SAE-Booklet „mit rund 30.000 Studierenden und über 50 Standorten eine der ältesten und größten privaten Bildungseinrichtungen im Medienbereich“ sind.

Logo des Animation Media Cluster Region Stuttgart

Dann möchte ich noch auf den (m. W. bundesweit einmaligen) Animation Media Cluster Region Stuttgart hinweisen, in dem insgesamt 20 Firmen und vier Schulen, darunter die rennomierte Filmakademie in Ludwigsburg, vernetzt sind.

Zitat aus dem Booklet des Media Clusters:

„Baden-Württemberg gilt als Deutschlands Top-Standort im Bereich Visuelle Effekte und Animation. Kein anderes Bundesland verzeichnet eine so hohe Dichte an VFX und Animationsstudios.“

So, das wäre mal ein grober Überblick über meinen ersten Tag bei der FMX 2018. Morgen werde ich mehr berichten.

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FMX 2018: Noch zwei Tage

FMX-Fahnen

Übermorgen ist es soweit: Die FMX 2018 – Conference on Animation, Effects, Games and Immersive Media wird eröffnet. Ich bin schon gespannt auf die verschiedenen Vorträge, insbesondere die über Digital Humans. Außerdem habe ich mir vorgenommen, im Rahmen des sog. Recruiting Hub bei Double Negative und Framestore vorbeizuschauen, die mir beide freundlicherweise Bildmaterial für zwei Postings zur Verfügung gestellt haben. Und natürlich nehme ich meine Kamera mit. Ich bin auch gespannt, ob es dieses Jahr wieder eine Pressekonferenz gibt.

Kunstmuseum Stuttgart: „Mixed Realities“

Ab dem 5. Mai 2018 (Vernissage am 4. Mai um 19 Uhr) wird in Stuttgarter Kunstmuseum die Ausstellung „Mixed Realities. Virtuelle und reale Welten in der Kunst“ gezeigt.

Zitat:

„Als erste museale Einrichtung in der Innovations- und Technologieregion Stuttgart präsentiert das Kunstmuseum Stuttgart exemplarisch sechs künstlerische Positionen, die sowohl mit analogen als auch mit digitalen Verfahren arbeiten. Tim Berresheim, Spiros Hadjidjanos, Daniel Steegmann Mangrané, Mélodie Mousset, Regina Silveira und The Swan Collective verwenden gleichermaßen Elemente der physisch-realen sowie der virtuellen Welt und verbinden beide in ihren Werken.“

Ich bin schon gespannt, ob unter den gezeigten Werken etwas ist, das mich interessiert.

Nachtrag: Ich habe mir im Internet Werke aller teilnehmenden Künstler angeschaut. Leider war nichts dabei, was mich irgendwie angesprochen hätte. Dabei ist rein technisch so viel möglich, aber allem Anschein nach fehlen da bei den Künstlern a) das entsprechende Bewußtsein oder b) die entsprechenden technische Fähigkeiten. Es tut mir leid, wenn ich das sagen muß, aber da kann jeder Hobby-User bei Blender Artists – zumindest rein technisch gesehen – mehr.

FMX 2018: Parties

Logo der FMX 2018

Dance the Night Away – FMX 2018 Parties

Make the most of your visit at FMX 2018: After getting inspired to create new worlds at FMX 2018, you can round off your day at our classic FMX Parties:

FMX Opening Party | Tuesday, April 24 | Cape Collins | Rotebühlplatz 20A, Stuttgart | 21:00
FMX Closing Party | Friday, April 27 | Muttermilch | Theodor-Heuss-Strasse 23 | 19:00

If you fancy a little drink or two in a relaxed atmosphere, you can head over to California Bounge just around the corner of Haus der Wirtschaft. During the FMX Happy Hour from 17:00 to 20:30, you can sip on a glass of our delicious FMX drink Martini Fiero & Tonic for only five Euros or get discounted drinks of your choice. Where: California Bounge, Boersenplatz 1, Stuttgart.

FMX 2018 Press Release

Zusammenarbeit: Gimp, Photoshop und CinePaint

Interface des Gimp 2.8

Seit ich endlich Photoshop unter Ubuntu zum Laufen bekommen habe, stehen mir nun insgesamt drei Programme fürs Bitmap-Editing zur Verfügung, die sich, wie ich festelle, sehr gut ergänzen: der Gimp 2.8, CinePaint 1.0-4 und Photoshop CS2 (leider nicht die aktuelle Version CC, aber immerhin).

Obwohl der Gimp 2.8 lediglich 8-bit Farbtiefe unterstützt (16- und 32-bit sollen in Version 2.9 kommen), nutze ich als Austauschformat das verlustfrei komprimierende Photoshop PSD, wobei aus Photoshop importierte 16-bit-Dateien vom Gimp automatisch in 8-bit umgewandelt werden. Manko: Pfade werden vom Gimp nicht übernommen, diese müssen in Photoshop als Masken abgespeichert werden.

Handling:

Von Handling her ist der Gimp überraschend intuitiv und kann mit Photoshop gut mithalten. Sowohl der Gimp als auch Photoshop unterstützen den Aufruf von Funktionen über Tastaturkürzel. Die Navigation im zu bearbeitenden Bild ist beim Gimp gut und intuitiv, da man mit dem Mausrad das Bild verschieben kann. Auch angelegte Pfade können intuitiv bearbeitet werden, wobei der Gimp leider nicht die unerreichte Feinheit der Photoshop-Pfade unterstützt. Die Kontrollpunkte sind im Gimp – wie auch in CinePaint – deutlich größer als in Photoshop. Ein Plus: Im Gimp können Pfade abgespeichert und wieder geladen werden, was in Photoshop, soweit ich gesehen habe, nicht geht.

In CinePaint sind Pfade dagegen etwas gewöhnungsbedürftig. Die Kontrollpunkte angelegter Pfade können zwar bei gedrückter STRG-Taste verschoben und auch nach dem Loslassen der STRG-Taste editiert werden, aber so intuitiv wie bei dem Gimp sind sie leider nicht. Es gibt zwar ein Spline- und Spine-Edit-Werkzeug, bei dessen Aufruf jedoch ein angelegter Pfad einfach verschwindet. Mangels geeigneter Dokumentation kann ich leider nicht sagen, wie sich dieses Manko beheben läßt. Seine Stärke kann CinePaint jedoch bei den um Grade feineren Pinseln ausspielen, zumal, wenn man in 16- oder sogar 32-bit-Farbtiefe arbeitet. An Filtern dagegen bietet CinePaint nur eine eher bescheidene Auswahl, ist doch sein hauptsächlicher Einsatzbereich das Editieren von Film-Frames. Dazu wird nach dem Laden eines Frames das sog. Flipbook über STRG+F aufgerufen. CinePaint unterstützt denn auch Formate wie Cineon, DPX, OpenEXR, TIFF, TGA oder das CinePaint-eigene XCF, das aber mit dem gleichnamigen Format des Gimp nicht identisch ist. Ergo können im Gimp abgespeicherte XCF-Dateien in CinePaint nicht geöffnet werden, und auch Photoshop unterstützt das XCF-Format nicht.

CinePaint ist wegen seines auf mehrere Fenster aufgeteilten Interfaces etwas gewöhnungsbedürftig, und auch der Gimp besitzt ja normalerweise mindestens zwei Fenster, obwohl es auch eine Version mit einem Photoshop-ähnlichen Interface gibt, die sich Gimpshop nennt. Photoshop hat zwar nur ein einziges Fenster, die verschiedenen Paletten verschwinden aber beim Arbeiten gerne mal hinter dem zu bearbeitenden Bild, so daß man das Bild verschieben muß, damit alle Paletten wieder sichtbar werden.

Filter:

CinePaint hat ja, wie bereits angedeutet, nur eine rudimentäre Anzahl von Filtern, so wie „Weichzeichnen“, „Unscharf Maskieren“, „Rauschen“ oder „Kanten finden“. Photoshop liegt mit seinen (allerdings qualitativ sehr hochwertigen) Filtern sozusagen im Mittelfeld, während der Gimp, zumal, wenn man das Zusatzpaket GMIC installiert hat, eine beinahe unüberschaubare Anzahl an Filtern bietet. Eine Schwäche bei Gimp-Filtern ist jedoch das nicht so gute Anti-Aliasing (Kantenglättung). Hier kann Photoshop auch in 16-bit Farbtiefe seine ganze Stärke ausspielen.

Fazit:

Während jedes der drei Programme seine Stärken und Schwächen hat, funktioniert ihre Zusammenarbeit doch sehr gut, wenn man das Manko in Kauf nehmen will, dass der Gimp in der aktuellen offiziellen Version 2.8 eben noch keine 16- bzw. 32-bit-Farbtiefe unterstützt. Davon abgesehen ist gerade Photoshop eben ein sehr professionelles Programm mit umfangreicher Unterstützung z. B. in der Druckvorstufe. Farbmanagement unterstützen dagegen alle drei Programme. Meine Erfahrung nach ergänzen sich die drei Programme sehr gut, da ich gerade in Photoshop das Problem habe, dass das Klon-Werkzeug aus irgendeinem Grund nicht funktioniert. Zuerst hatte ich das Problem mit der in Ubuntu belegten ALT-Taste, die man in Photoshop drücken muß, damit eine zu klonende Region ausgewählt werden kann. Nachdem ich dieses Problem vorübergehend gelöst hatte, funktioniert das Klonen aktuell in Photoshop aber aus irgendeinem undefinierbaren Grund wieder nicht, so dass ich gezwungen bin, die betreffenden Bilder zum Klonen in CinePaint (und dann wieder zurück in Photoshop) zu exportieren.

Summa summarum kann man, glaube ich sagen, dass Photoshop das Programm mit dem größten Funktionsumfang ist, wenn ich auch zögere, es als das beste Programm zu bezeichnen. Es gibt da ja die Kontroverse Photoshop-Gimp, auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte. Hier nur soviel: Photoshop ist eben ein professionelles Programm mit nunmehr beinahe dreißig Jahren Entwicklungszeit und spielt von daher in einer ganz anderen Klasse als der Gimp. Das merkt man nicht nur an den deutlich hochwertigeren Filtern, auch an solchen Details wie dem besseren Anti-Aliasing. Auch das im Gimp sehr unkomfortable Textwerkzeug ist in Photoshop wesentlich besser gelöst. Zudem kommt noch, dass Text in Photoshop zuerst als Vektorebene angelegt und erst bei Bedarf in eine Bitmap umgewandelt wird. CinePaint dagegen ist zwar auch ein Bitmap-Editor, allerdings, wie ich schon weiter oben dargelegt habe, hauptsächlich für den Film. Eine Funtion zum Anlegen von Text ist zwar vorhanden, sie ist jedoch alles andere als komfortabel.

So kann ich nur das Fazit ziehen, dass die hier besprochenen drei Programme erst im Zusammenspiel ihre ganze Stärke ausspielen können. Das ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung. Als Einzelprogramm bietet Photoshop natürlich am meisten an Funktionalität, auch wenn ich mich da zuerst einarbeiten muß, nachdem ich jetzt seit über sechzehn Jahren hauptsächlich mit dem Gimp gearbeitet habe. Ich glaube aber nicht, dass ich dadurch irgendwie voreingenommen bin; ich habe hier ja auch die klaren Vorteile von Photoshop, der ja – mit Grafik-Tablett – auch von Matte Paintern sowie von Künstlern wie Stephan Martinière oder Sparth benutzt wird, darzulegen versucht.