FMX 2018: Der zweite Tag

Logo der FMX 2018

Heute traf ich so gegen 10:30 Uhr auf der FMX 2018 ein. Ein Punkt, der mich heute besonders interessierte, war Digital Humans, zu dem es im Stuttgarter Kino Gloria 2 ein paar Vorträge gab. Zuvor wollte ich allerdings auch mal erleben, wie es ist, so ein VR-Headset aufzuhaben. Am Stand von StarVR mußte ich leider etwas warten und schaute ungeduldig auf eine schon etwas ältere Besucherin, die gerade die VR-VBrille und die Kopfhörer auf hatte und sich im virtuellen Raum umschaute. Ich konnte das, was sie sah, dabei auf einem großen Bildschirm verfolgen, auf dem sich ein paar physikalisch korrekt gerenderte Roboter gerade ein Gefecht lieferten. Als die Frau den Helm schließlich abgenommen bekam, war die Reihe an mir. Ich stellte mich nach den englischen Anweisungen der jungen Frau von StarVR ein paar Schritte nach vorn und wartete etwas unsicher darauf, was jetzt mit mir geschehen würde. Als ich die VR-Brille aufgesetzt bekam, mußte ich mich erst einmal im virtuellen 3D-Raum orientieren. Unsicher schaute ich mich um, während vor mir ein gerenderter Affe ein „Z“ in den Pfoten hielt. Dann wechselte die Szene und ich sah eine Art Drohne (oder was das war) von oben herabschweben und auf der Straße landen. So langsam begriff ich, dass die ganze Szene mit 360°-Rundum-Blick dreidimensional gerendert war. Zwar ließ die Auflösung noch etwas zu wünschen übrig, aber der nun auftauchende Roboter war wirklich sehr echt. Nachdem ich mir den Roboter kurz angeschaut hatte und mich im virtuellen Raum umsah, tauchte nun noch ein zweiter Roboter mit einer Art Maschinenpistole auf. Das nun folgende Gefecht war leider nicht nach meinem Geschmack. Ich fühle mich bei gewalttätigen Szenen nicht besonders wohl und kann auch Ballerspielen absolut nichts abgewinnen. Außerdem stellten sich bei mir leichte Kopfschmerzen ein, und so war ich froh, als die junge Frau von StarVR mir signalisierte, die Brille wieder abzunehmen. OK, so war das meine allererste Erfahrung mit VR. Ich sehe bei dieser Technologie aber die Gefahr, dass, wenn sie noch weiter ausgereift ist (sprich: bessere Auflösung), gerade bei etwas labilen Menschen ein Realitätsverlust droht. Unweigerlich fällt mir dabei auch der aktuelle Film „Ready Player One“ von Steven Spielberg ein, der ja auch teilweise bzw. überwiegend in einer virtuellen Welt spielt, in welche der öden Realität überdrüssige Menschen (der Film spielt im Jahre 2045) flüchten.

Ich und das FMX-Maskottchen

Nach einem erneuten Rundgang durch den Recruiting Hub und einem Abstecher in den Presseraum begab ich mich so gegen 11:20 Uhr auf den Weg zum Kino „Gloria 2“, um mir den Vortrag „Replicating Rachael for „Blade Runner 2049″“ von Axel Akesson von MPC anzuhören. Oben im 2 Stock des „Gloria“ mußte ich aber zusammen mit den anderen Besuchern geschätzte fünf Minuten warten, bis wir ins Kino durften, wo gerade der vorherige Vortrag zu Ende ging. Nachdem gebeten wurde, während des kommenden Vortrags nicht zu fotografieren, begann also Axel Akesson mit einem kurzen Showreel von MPC, das mir persönlich aber nicht so gut gefiel. Ich habe irgendwie den Eindruck, dass es bei diesen Showreels hauptsächlich darum geht, möglichst viele möglichst spektakuläre Effekte in vielleicht drei Minuten oder so unterzubringen. Diese Tendenz finde ich auch bei den derzeit laufenden Blockbustern à la Marvel wieder, und ich frage mich da im Stillen, ob es denn keinen Platz mehr für die leisen Töne gibt. Wie ich in dem auf das Showreel folgenden Vortrag feststellen mußte, verstand ich zu meinem Leidwesen nur die Hälfte des von Axel Akesson von Zetteln abgelesenen Vortrags, so dass ich nach einer halben Stunde die Konsequenzen zog und das Kino verließ. Draußen wandte ich mich etwas frustiert Richtung Schloßplatz, wo auf der gläsernen Fassade des Kunstmuseums in übergroßen grünen Lettern die am 5. Mai beginnende Ausstellung „Mixed Realities“ angekündigt wurde.

Fassade des Stuttgarter Kunstmuseums

Ich bin da ja etwas skeptisch, werde aber am 4. Mai abends zur Vernissage gehen und mir die ausgestellten Exponate einmal anschauen. Ich habe ja im Vorfeld dieser Ausstellung via Google schon etwas recherchiert, und um ganz ehrlich zu sein, umhauen tun mich die Werke der ausstellenden Künstler wirklich nicht. Dabei könnte das dem Titel nach wirklich eine spannende Ausstellung werden. Mal sehen, ob da auch eine VR-Installation ausgestellt wird. Nach meinem Erlebnis auf der FMX 2018 habe ich ja zumindest einen ersten Eindruck davon bekommen, was technisch möglich ist. Und um nochmal auf „Replicating Rachael“ zurückzukommen: Ich habe per Email bei MPC nachgefragt und als Antwort den Hinweis auf Google bekommen, den ich hiermit weitergebe. Ich habe ja schon in meiner Besprechnung von „Blade Runner 2049“ keinen Hehl aus meiner Enttäuschung gemacht. Rein technisch gesehen ist die Arbeit von Double Negative und Framestore absolut brillant, aber inhaltlich kann ich dem Film leider nicht viel abgewinnen. Ich finde ihn einfach öde und langweilig; ein guter Science-Fiction-Film sieht für mich anders aus.

Um meinen Frust etwas zu mildern, bin ich kurz entschlossen zum Feinkost-Böhm gegangen und habe mir einen Salat gekauft, den man sich dort extra zusammenstellen kann. Nachdem ich wieder draußen war, hörte ich auf einmal einen Akkordeonspieler, der wirklich schön gespielt hat. Ich bin dann zu ihm hingegangen und habe ihm etwas Geld gegeben. Dann bin ich wieder zurück zur FMX, und nach einem Abstecher in den Presseraum bin ich nochmal zum Recruiting Hub gegangen, weil es da am Stand von MPC solche schwarzen Mützen gab, und ich wollte einem Bekannten eine mitbringen. Insgesamt war ich heute länger auf der FMX als gestern, ungefähr vier Stunden. Morgen kommt dann der von mir mit Spannung erwartete, eine Stunde lange Vortrag „Using Blender for Movie Production“ von Ton Roosendaal, dem Gründer der Blender Foundation und übermorgen folgt ein Interview mit Ton Roosendaal, auf das ich auch gespannt bin.

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