CinePaint 2.0

Interface von CinePaint 1.0-4

Einem Posting von Projektleiter Robin Rowe zufolge wird CinePaint nun doch weiterentwickelt. Ich kann aber noch nicht sagen, wann die neue Version CinePaint 2.0 herauskommen wird. Sobald ich Näheres weiß, werde ich es hier posten.

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Zusammenarbeit: Gimp, Photoshop und CinePaint

Interface des Gimp 2.8

Seit ich endlich Photoshop unter Ubuntu zum Laufen bekommen habe, stehen mir nun insgesamt drei Programme fürs Bitmap-Editing zur Verfügung, die sich, wie ich festelle, sehr gut ergänzen: der Gimp 2.8, CinePaint 1.0-4 und Photoshop CS2 (leider nicht die aktuelle Version CC, aber immerhin).

Obwohl der Gimp 2.8 lediglich 8-bit Farbtiefe unterstützt (16- und 32-bit sollen in Version 2.9 kommen), nutze ich als Austauschformat das verlustfrei komprimierende Photoshop PSD, wobei aus Photoshop importierte 16-bit-Dateien vom Gimp automatisch in 8-bit umgewandelt werden. Manko: Pfade werden vom Gimp nicht übernommen, diese müssen in Photoshop als Masken abgespeichert werden.

Handling:

Von Handling her ist der Gimp überraschend intuitiv und kann mit Photoshop gut mithalten. Sowohl der Gimp als auch Photoshop unterstützen den Aufruf von Funktionen über Tastaturkürzel. Die Navigation im zu bearbeitenden Bild ist beim Gimp gut und intuitiv, da man mit dem Mausrad das Bild verschieben kann. Auch angelegte Pfade können intuitiv bearbeitet werden, wobei der Gimp leider nicht die unerreichte Feinheit der Photoshop-Pfade unterstützt. Die Kontrollpunkte sind im Gimp – wie auch in CinePaint – deutlich größer als in Photoshop. Ein Plus: Im Gimp können Pfade abgespeichert und wieder geladen werden, was in Photoshop, soweit ich gesehen habe, nicht geht.

In CinePaint sind Pfade dagegen etwas gewöhnungsbedürftig. Die Kontrollpunkte angelegter Pfade können zwar bei gedrückter STRG-Taste verschoben und auch nach dem Loslassen der STRG-Taste editiert werden, aber so intuitiv wie bei dem Gimp sind sie leider nicht. Es gibt zwar ein Spline- und Spine-Edit-Werkzeug, bei dessen Aufruf jedoch ein angelegter Pfad einfach verschwindet. Mangels geeigneter Dokumentation kann ich leider nicht sagen, wie sich dieses Manko beheben läßt. Seine Stärke kann CinePaint jedoch bei den um Grade feineren Pinseln ausspielen, zumal, wenn man in 16- oder sogar 32-bit-Farbtiefe arbeitet. An Filtern dagegen bietet CinePaint nur eine eher bescheidene Auswahl, ist doch sein hauptsächlicher Einsatzbereich das Editieren von Film-Frames. Dazu wird nach dem Laden eines Frames das sog. Flipbook über STRG+F aufgerufen. CinePaint unterstützt denn auch Formate wie Cineon, DPX, OpenEXR, TIFF, TGA oder das CinePaint-eigene XCF, das aber mit dem gleichnamigen Format des Gimp nicht identisch ist. Ergo können im Gimp abgespeicherte XCF-Dateien in CinePaint nicht geöffnet werden, und auch Photoshop unterstützt das XCF-Format nicht.

CinePaint ist wegen seines auf mehrere Fenster aufgeteilten Interfaces etwas gewöhnungsbedürftig, und auch der Gimp besitzt ja normalerweise mindestens zwei Fenster, obwohl es auch eine Version mit einem Photoshop-ähnlichen Interface gibt, die sich Gimpshop nennt. Photoshop hat zwar nur ein einziges Fenster, die verschiedenen Paletten verschwinden aber beim Arbeiten gerne mal hinter dem zu bearbeitenden Bild, so daß man das Bild verschieben muß, damit alle Paletten wieder sichtbar werden.

Filter:

CinePaint hat ja, wie bereits angedeutet, nur eine rudimentäre Anzahl von Filtern, so wie „Weichzeichnen“, „Unscharf Maskieren“, „Rauschen“ oder „Kanten finden“. Photoshop liegt mit seinen (allerdings qualitativ sehr hochwertigen) Filtern sozusagen im Mittelfeld, während der Gimp, zumal, wenn man das Zusatzpaket GMIC installiert hat, eine beinahe unüberschaubare Anzahl an Filtern bietet. Eine Schwäche bei Gimp-Filtern ist jedoch das nicht so gute Anti-Aliasing (Kantenglättung). Hier kann Photoshop auch in 16-bit Farbtiefe seine ganze Stärke ausspielen.

Fazit:

Während jedes der drei Programme seine Stärken und Schwächen hat, funktioniert ihre Zusammenarbeit doch sehr gut, wenn man das Manko in Kauf nehmen will, dass der Gimp in der aktuellen offiziellen Version 2.8 eben noch keine 16- bzw. 32-bit-Farbtiefe unterstützt. Davon abgesehen ist gerade Photoshop eben ein sehr professionelles Programm mit umfangreicher Unterstützung z. B. in der Druckvorstufe. Farbmanagement unterstützen dagegen alle drei Programme. Meine Erfahrung nach ergänzen sich die drei Programme sehr gut, da ich gerade in Photoshop das Problem habe, dass das Klon-Werkzeug aus irgendeinem Grund nicht funktioniert. Zuerst hatte ich das Problem mit der in Ubuntu belegten ALT-Taste, die man in Photoshop drücken muß, damit eine zu klonende Region ausgewählt werden kann. Nachdem ich dieses Problem vorübergehend gelöst hatte, funktioniert das Klonen aktuell in Photoshop aber aus irgendeinem undefinierbaren Grund wieder nicht, so dass ich gezwungen bin, die betreffenden Bilder zum Klonen in CinePaint (und dann wieder zurück in Photoshop) zu exportieren.

Summa summarum kann man, glaube ich sagen, dass Photoshop das Programm mit dem größten Funktionsumfang ist, wenn ich auch zögere, es als das beste Programm zu bezeichnen. Es gibt da ja die Kontroverse Photoshop-Gimp, auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte. Hier nur soviel: Photoshop ist eben ein professionelles Programm mit nunmehr beinahe dreißig Jahren Entwicklungszeit und spielt von daher in einer ganz anderen Klasse als der Gimp. Das merkt man nicht nur an den deutlich hochwertigeren Filtern, auch an solchen Details wie dem besseren Anti-Aliasing. Auch das im Gimp sehr unkomfortable Textwerkzeug ist in Photoshop wesentlich besser gelöst. Zudem kommt noch, dass Text in Photoshop zuerst als Vektorebene angelegt und erst bei Bedarf in eine Bitmap umgewandelt wird. CinePaint dagegen ist zwar auch ein Bitmap-Editor, allerdings, wie ich schon weiter oben dargelegt habe, hauptsächlich für den Film. Eine Funtion zum Anlegen von Text ist zwar vorhanden, sie ist jedoch alles andere als komfortabel.

So kann ich nur das Fazit ziehen, dass die hier besprochenen drei Programme erst im Zusammenspiel ihre ganze Stärke ausspielen können. Das ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung. Als Einzelprogramm bietet Photoshop natürlich am meisten an Funktionalität, auch wenn ich mich da zuerst einarbeiten muß, nachdem ich jetzt seit über sechzehn Jahren hauptsächlich mit dem Gimp gearbeitet habe. Ich glaube aber nicht, dass ich dadurch irgendwie voreingenommen bin; ich habe hier ja auch die klaren Vorteile von Photoshop, der ja – mit Grafik-Tablett – auch von Matte Paintern sowie von Künstlern wie Stephan Martinière oder Sparth benutzt wird, darzulegen versucht.

Making of … „Gravity“

Auf der Website von Foundry, dem Hersteller der Compositing-Software Nuke, habe ich einen Video-Clip über das Making of … des 2013 herausgekommenen wirklich absolut sehenswerten Films „Gravity“ von Alfonso Cuarón entdeckt:

Die Visual Effects wurden von Framestore kreiert (siehe auch „Gravity|Framestore“, „Solid Angle|Gravity“,„How Arnold Renderer was used on Gravity“ und „Gravity Breakdown by Prime Focus“). Um es kurz zu machen: Das Meiste, so auch das komplette Innere der ISS, ist computer-generiert (sogar die Raumanzüge!). Gerendert wurde das Ganze mit Arnold, das Compositing wurde in Nuke gemacht, Modeling & Animation sehr wahrscheinlich in Maya.

Der Film spielt größtenteils in einer Erdumlaufbahn einige hundert Kilometer über der Erdoberfläche. Zur ausführlichen Handlung kann ich den Artikel in der Wikipedia empfehlen.

Hier noch ein paar Stills:

Stills © Copyright 2013 by Warner Bros.

Zwei Welten: „Blade Runner 2049“

Habe mir nun endlich, wenn auch mit ziemlicher Verspätung, „Blade Runner 2049“ von Denis Villeneuve auf DVD angeschaut. Hauptgrund war mein Interesse an den von Double Negative geschaffenen digitalen Charakteren, vor allem Joi, gespielt von Ana de Armas.

Die digitale Joi

Die digitale Joi (geshadet)

Joi in einem interaktiven Werbespot

Vom rein technischen Standpunkt aus sind die von Double Negative kreierten digitalen Schauspieler absolut brillant. Man muß dazu berücksichtigen, dass die Erstellung dieser Charaktere vom ersten Entwurf bis zum finalen Render etwas über ein Jahr in Anspruch nahm. Soweit, dass digitale Charaktere reale Schauspieler ersetzen können, sind wir also noch lange nicht. Vielleicht in fünf bis zehn Jahren. Ein paar technische Details: Für das Joi-Hologramm wurde an Software Maya, das relativ neue Clarisse und für das Compositing (das Einfügen in die real gedrehte Szene) Nuke benutzt. Für die überlebensgroße Joi, die in Form eines interaktiven Werbespots mit Ryan Gosling interagiert, wurde auch Houdini benutzt. Double Negative trug mit 316 Shots den Großteil der Effekte zu „Blade Runner 2049“ bei. VFX Producer war Michelle Eisenreich, VFX Supervisor Paul Lambert. Für die Arbeit an diesem Film wurde Double Negative denn auch verdientermaßen mit einem Oscar sowie einem BAFTA- und einem VES-Award ausgezeichnet.

Spinner im Film

Dieselbe Szene untexturiert

Soweit das Technische. Der Film als solcher war für mich jedoch eine einzige Enttäuschung, so daß ich, nachdem ich es geschafft hatte, mir „Blade Runner 2049“ immerhin eine ganze Stunde lang anzuschauen, mehr als einmal versucht war, den Player einfach auszuschalten. Nicht nur empfand ich den Film als denkbar langweilig, auch die Schauspieler – allen voran Ryan Gosling – agierten farblos und ohne jede Mimik (Ausnahme: Harrison Ford als Deckard). Die Monologe von Jared Leto als Niander Wallace waren für meinen Geschmack unsäglich schwülstig und ohne jede Substanz. Und – die technische Errungenschaften einmal beiseite gelassen -, das Konzept eines Hologramms, das man anfassen kann, ist für mich absolut unglaubwürdig. Wie soll das rein technisch bitte gehen?

So kann ich zu meinem Eindruck dieses Film nur mit Goethes Faust sagen: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“. Mein Tip: Schaut euch das Original von 1982 an. Die Fortsetzung von 2017 kann man sich meiner Ansicht nach wirklich sparen, und ich kann es absolut nicht nachvollziehen, wenn ich hier im Internet lesen muss, „Blade Runner 2049“ sei einer der besten Science-Fiction-Filme überhaupt. „Fiction“ ja, aber an der „Science“ müssen die Macher noch sehr arbeiten. Einem Regisseur wie Stanley Kubrick wäre das jedenfalls nicht passiert.

Stills © 2017 ALCON ENTERTAINMENT, LLC., WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND COLUMBIA TRISTAR MARKETING GROUP, INC. ALL RIGHTS RESERVED.

CinePaint 1.0-4

Wer Filme oder Videos Frame für Frame in CinePaint bearbeiten will, für den sei hier ein Link zur Dokumentation des Flipbooks von CinePaint gepostet. Um das Flipbook nutzen zu können, muß zuerst ein Frame geöffnet sein; dann STRG+F drücken, und das Flipbook erscheint (siehe Screenshot; das Flipbook ist weiß umrahmt):

Interface von CinePaint 1.0-4

Nach Laden aller Frames (der Film bzw. das Video muß in Form einzelner Frames vorliegen) kann über das Flipbook navigiert werden.

So, wie es scheint, wird CinePaint wohl nicht mehr weiterentwickelt, da die Website seit geraumer Zeit nicht mehr zu erreichen ist und das letzte Release 1.0-4 noch von 2013 stammt. Trotzdem habe ich mich entschlossen, diesen Beitrag für alle User zu schreiben, die noch mit diesem Programm arbeiten möchten, das bis zu 32-bit Farbtiefe pro Kanal unterstützt und u. a. auch ein auf LittleCMS basiertes Farbmanagement bietet. Herunterladen kann man sich CinePaint 1.0-4 bei SourceForge (als .tar.gz).