FMX 2018: Der dritte Tag

Logo der FMX 2018

Also, vermutlich werden das heute keine 1000 Wörter. Ich will trotzdem versuchen, den heutigen Tag auf der FMX 2018 zu beschreiben. Da ich mir vorgenommen hatte, um 10 Uhr in den Houdini-Vortrag im Raum Mannheim zu gehen, war ich bereits – wie ich dachte, rechtzeitig – um 9:45 Uhr im Haus der Wirtschaft – nur um festzustellen, dass zu meinem Leidwesen der besagte Raum bereits voll und ergo geschlossen war. Tja, so ging ich also erst in den Recruiting Hub zum Stand von Framestore, wo ich, nachdem wir schon Email-Kontakt hatten, hoffte, endlich Lauren Brady von der PR persönlich kennenzulernen. Ich hatte nämlich auf eine Anfrage von mir von ihr eine automatische Email erhalten, derzufolge sie auf der FMX sei. Der Stand war aber noch leer, und so machte ich mich auf die Suche nach dem Raum, in dem der Vortrag von Houdini gestreamt werden sollte. Nach einer kleineren Odyssee durch das Haus der Wirtschaft nahm sich eine freundliche FMX-Mitarbeiterin vom Info-Stand im 1. Stock meiner an und führte mich persönlich zu der Galerie im 2. Stock, wo sich schon einige Besucher vor einem großflächigen Bildschirm zusammengefunden hatten. Leider mußte ich feststellen, dass der Vortrag kaum zu verstehen war, und als der Sprecher schließlich lauter redete, so dass ich ihn auch verstehen konnte, war der Vortrag auch schon zu Ende. So verließ ich die Galerie wieder, nicht ohne ein Foto zu schießen, da es mir der rote Lichteffekt an einer Säule angetan hatte.

Lichteffekte an einer Säule

Mein nächster Weg führte mich zuerst nochmal zu Framestore, wo inzwischen die eine junge Frau am Stand war, von der ich am Dienstag ein Foto geschossen hatte. Nachdem ich ihr erklärte, dass ich auf der Suche nach Lauren Brady sei, meinte sie, die wäre gerade unterwegs, ich sollte nochmal wiederkommen. Sie nannte auch eine Uhrzeit (bzw. fragte mich, wann es mir denn passen würde). Ich verstand etwas von 5 nach 12, und etwas unsicher ging ich wieder nach unten in den Presseraum, wo sich aber zwei Männer so laut unterhielten, dass ich mich gestört fühlte. So nahm ich mir eine Butterbrezel und begab mich wieder nach oben in den 2. Stock, wo mir prompt die Mitarbeiterin von Framestore mit einer jungen Frau so um die dreißig mit langen dunklen Haaren entgegenkam. Wie sich schnell herausstellte, war diese junge Frau niemand anderes als eben Lauren Brady, die ich somit für mich ganz unerwartet (da ich sie eigentlich in London wähnte) persönlich kennenlernen durfte. Nach ein paar Worten verabschiedeten sich die beiden wieder und ich ging nochmals zum Raum Mannheim, wo es aber wieder so voll war, dass ich nicht hinein konnte.

Und um nochmal ganz kurz auf Framestore zu sprechen zu kommen: Ich hatte, nachdem ich erfahren hatte, dass auch Framestore an der Postproduktion von „Alita: Battle Angel“ von Robert Rodriguez beteiligt ist (der Film soll am 21. Dezember in die Kinos kommen), per Email bei Lauren Brady angefragt, ob sie mir eine Pressemitteilung hätte. Darauf kam zuerst die weiter oben erwähnte automatischen Nachricht und dann – als Nachtrag – eine Email von Lauren Brady persönlich, dass sie zu diesem Zeitpunkt nur sagen dürfte, dass Framestore an dem Projekt beteiligt sei. Ok, das konnte ich verstehen.

Ich weiß nicht mehr genau, was ich danach gemacht habe, aber irgendwann so gegen 10:30 Uhr nahm ich noch einen Anlauf und ging nochmal zum Raum Mannheim, wo es diesmal bis auf einen FMX-Angestellten in dunklem Anzug auffallend leer war. Dieser Angestellte hielt ein rotes Schild mit weißer Aufschrift hoch, das ich nicht umhin konnte zu fotografieren.

Schild

Der junge Mann im Anzug sagte mir auf meine Frage hin, dass es bald wieder sehr voll werden könnte, und so beschloß ich, in der Annahme, nicht lange warten zu müssen, dazubleiben. Nach ca. fünf Minuten sagte mir eine FMX-Mitarbeiterin, die ebenfalls da war, dass es noch eine halbe Stunde dauern könnte, und da ich nicht nochmal gefrustet sein wollte, beschloß ich, dazubleiben, und da das Stehen etwas unbequem war, machte ich es zwei jungen Männern nach und setzte mich auf den Boden. Nach einer Weile kamen noch zwei andere junge Männer dazu und setzten sich mir schräg gegenüber. Wie sich herausstellte, kamen sie aus Cardiff, wo sie Visual FX studierten.

Schild außen am Raum Mannheim

Nach einiger Zeit des Wartens (ein paarmal ging die Tür von Raum Mannheim auf und jemand kam heraus) war es dann endlich soweit: Der bereits erwähnte Mann mit dem dunklen Anzug postierte sich an der Tür, und nachdem sich die beiden jungen Männer rechts von mir erhoben, stand auch ich auf. Tatsächlich öffnete eine junge Frau von innen kurz darauf die Tür, schaffe es aber nicht, auxch den zweiten Türflügel zu öffnen, bis ihr der Mann im dunkeln Anzug zu Hilfe kam. Nun strömten Besucher auf dem immer noch relativ vollen Raum, und nachdem der Mann im dunklen Anzug unsrere Ausweise gescannt hatte, konnten wir endlich den Raum Mannheim betreten. Ganz hinten erspähte ich zwei oder drei leere Plätze, dahinter ein Tisch mit etwas dunkel Zusammengerolltem. Ich vermutete, dass es die Houdini-T-Shirts waren, was auch der Fall war. Ich nahm erst eines in die Hand, erst als der junge Mann rechts neben mir ein T-Shirt zurücklegte und ein anderes nahm, wurde mir klar, dass die T-Shirts verschiedene Größen haben mußten. Ich suchte und suchte, konnte die Größe auf Anhieb aber nicht finden. Schließlich erspähte ich doch ein kleines „S“ auf der weißen Umhüllung. Also zu klein für mich. Ich nahm ein anderes, aber das hatte ebenfalls Größe „S“. Die T-Shirts etwas weiter rechts waren „M“, aber ein „XL“ oder „XXL“ hatten sie anscheinen nicht. So kam es, dass ich doch auf mein Houdini-T-Shirt verzeichten mußte. Also setzte ich mich hin, und kurz darauf begamm Jeff „Old School“ Wagner mit seinem Vortrag. Schnell wurde mir klar, dass es hier um die Simulation von Wasser gehen sollte – ein Thema, das mich ehrlich gesagt nicht besonders interessiert. So stand ich kurz entschlossen auf und verließ den Raum Mannheim wieder.

Da es mittlerweile kurz vor Mittag war, nahm ich mir vor, eine FMX-Karte für meine Schwester bei der Post in der Bolzstraße einzuwerfen und dann etwas essen zu gehen. Da das Vapiano nur ein paar Schritte oberhalb der Post liegt, beschloß ich, es da zu versuchen und einen Salat zu essen. Aber nachdem ich eine Chipkarte erhalten hatte und mich bei „Salat“ anstellte, kam eine ganze Weile niemand, bis ich schließlich nachfragte. Dann kam eine junge Frau, die sich aber sichtlich Zeit ließ. Ich wurde immer ungeduldiger, und als sich direkt hinter mir ein paar junge Frauen anstellten und laut zu reden begannen, wurde es mir zuviel, und so verließ ich das Vapiano wieder. Beim Hotalo etwas weiter unten aß ich dann (entgegen meinen Vorsätzen; ich wollte nicht immer nur Nudeln mit Hühnchen essen) eben doch Nudeln mit Currysoße und frittierten Hühnchen, was auch gar nicht so schlecht schmeckt. Zudem ist es viel günstiger als beispielsweise Vapiano (wenn auch nicht ganz so gesund wie ein Salat). Nach dem Hotalo machte ich noch einen Abstecher in die Parfümerie Douglas und fragte nach einem „schweren“ Damenparfum. So etwas hatten sie da zwar, aber Proben davon gab es leider keine, und so ging ich unverrichteter Dinge wieder, um schließlich beim um diese Zeit noch erfreulich leeren Starbucks einen café latte zu trinken.

Ich ging dann nochmal zur FMX zurück, aber ich hatte mir vorgenommen, heute früher zu gehen, weil heute abend noch der Vortrag von Ton Roosendaal ist, von dem ich bereits berichtet habe. Der Bericht über diesen Vortrag steht also noch aus; ich werde ihn heute abend nachtragen.

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Zwei Welten: „Blade Runner 2049“

Habe mir nun endlich, wenn auch mit ziemlicher Verspätung, „Blade Runner 2049“ von Denis Villeneuve auf DVD angeschaut. Hauptgrund war mein Interesse an den von Double Negative geschaffenen digitalen Charakteren, vor allem Joi, gespielt von Ana de Armas.

Die digitale Joi

Die digitale Joi (geshadet)

Joi in einem interaktiven Werbespot

Vom rein technischen Standpunkt aus sind die von Double Negative kreierten digitalen Schauspieler absolut brillant. Man muß dazu berücksichtigen, dass die Erstellung dieser Charaktere vom ersten Entwurf bis zum finalen Render etwas über ein Jahr in Anspruch nahm. Soweit, dass digitale Charaktere reale Schauspieler ersetzen können, sind wir also noch lange nicht. Vielleicht in fünf bis zehn Jahren. Ein paar technische Details: Für das Joi-Hologramm wurde an Software Maya, das relativ neue Clarisse und für das Compositing (das Einfügen in die real gedrehte Szene) Nuke benutzt. Für die überlebensgroße Joi, die in Form eines interaktiven Werbespots mit Ryan Gosling interagiert, wurde auch Houdini benutzt. Double Negative trug mit 316 Shots den Großteil der Effekte zu „Blade Runner 2049“ bei. VFX Producer war Michelle Eisenreich, VFX Supervisor Paul Lambert. Für die Arbeit an diesem Film wurde Double Negative denn auch verdientermaßen mit einem Oscar sowie einem BAFTA- und einem VES-Award ausgezeichnet.

Spinner im Film

Dieselbe Szene untexturiert

Soweit das Technische. Der Film als solcher war für mich jedoch eine einzige Enttäuschung, so daß ich, nachdem ich es geschafft hatte, mir „Blade Runner 2049“ immerhin eine ganze Stunde lang anzuschauen, mehr als einmal versucht war, den Player einfach auszuschalten. Nicht nur empfand ich den Film als denkbar langweilig, auch die Schauspieler – allen voran Ryan Gosling – agierten farblos und ohne jede Mimik (Ausnahme: Harrison Ford als Deckard). Die Monologe von Jared Leto als Niander Wallace waren für meinen Geschmack unsäglich schwülstig und ohne jede Substanz. Und – die technische Errungenschaften einmal beiseite gelassen -, das Konzept eines Hologramms, das man anfassen kann, ist für mich absolut unglaubwürdig. Wie soll das rein technisch bitte gehen?

So kann ich zu meinem Eindruck dieses Film nur mit Goethes Faust sagen: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“. Mein Tip: Schaut euch das Original von 1982 an. Die Fortsetzung von 2017 kann man sich meiner Ansicht nach wirklich sparen, und ich kann es absolut nicht nachvollziehen, wenn ich hier im Internet lesen muss, „Blade Runner 2049“ sei einer der besten Science-Fiction-Filme überhaupt. „Fiction“ ja, aber an der „Science“ müssen die Macher noch sehr arbeiten. Einem Regisseur wie Stanley Kubrick wäre das jedenfalls nicht passiert.

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