Featured Artist: Gerhard Mantz

Über die Website der Stuttgarter Galerie A®tlantis habe ich die Arbeiten des in Berlin lebenden Künstlers Gerhard Mantz entdeckt. Hier nun jemand, dessen Werke sich erfreulich vom Gros der digitalen Kunst abheben, die ich bisher kennengelernt habe. Gerhard Mantz arbeitet dabei hauptsächlich mit Cinema 4D und dem Landschaftsgenerator Vue. Besonders beeindruckend sind meiner Meinung nach seine Animationen, die sehr effektiv mit Musik unterlegt sind. Gerade bei diesen Animationen kann das digitale Medium seine ganze Stärke ausspielen, sind diese Arbeiten in einem anderen Medium doch nur schwer bis gar nicht zu realisieren.

„Das Gesetz der Schwere“ von 2008

„Labyrinth Nr. 13“ von 2002

In der Kategorie der gerenderten Einzelbilder hat mich besonders das atmosphärisch schöne „The pull of the moon“ von 2009 angesprochen.

„The pull of the moon“ © Copyright 2009 by Gerhardt Mantz. Mit freundlicher Genehmigung.

Nachdem ich ja, wie ich auch berichtet habe, auf der Vernissage der Ausstellung „Mixed Realities“ im Stuttgarter Kunstmuseum war, finde ich es schade, dass unter den dort ausgestellten Werken keine Arbeiten von Gerhard Mantz vertreten waren. Das wäre für diese Ausstellung sicher eine Bereicherung gewesen.

Die digitalen Arbeiten von Gerhard Mantz bestärken mich einmal mehr in dem Eindruck, dass es in der Malerei nur noch wenig gibt, was noch nicht gesagt worden wäre und dass somit dem digitalen Medium die Zukunft gehört. Hier ist auch die Ausstellung „Mixed Realities“ bei allen Schwächen ein wichtiger Schritt, um die digitale Kunst einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Vernissage „Mixed Realities“

Fassade des Kunstmuseums Stuttgart

Gestern abend bin ich nach Stuttgart gefahren und war auf der Vernissage der Ausstellung „Mixed Realities“ im Kunstmuseum. Das ist ja im Stuttgarter Raum die erste Ausstellung ihrer Art, und ich finde es erfreulich, dass das Kunstmuseum der neuen digitalen Kunst ein Forum bietet, auch wenn die Ausstellung nicht ausschließlich digitale Exponate zeigt.

Im Vorfeld etwas skeptisch, war ich insbesondere von dem digitalen Bild „Cutting Sunday“ des Swan Collective angetan, das auf einem großen Flachbildschirm zu sehen ist.

Dann gab es noch eine VR-Installation, die aus einem dreidimensionalen weißen Drahtgitter-Labyrinth vor einem Hintergrund aus Wolken bestand, durch die man mittels eines Joysticks navigieren konnte. Mir ist es aber andauernd passiert, dass, wenn ich vorwärts navigieren wollte, das Bild sozusagen „umgekippt“ ist, was schon etwas verwirrend war. Ich habe die VR-Brille dann auch bald wieder abgesetzt.

Die übrigen Exponate haben mich ob ihrer Sterilität aber nicht besonders angesprochen, so wie auch mein Gesamteindruck der Ausstellung der war, dass sie sehr „zerebral“ ist, also hauptsächlich den Verstand ansprechen soll. Rein ästhetisch war – das ist wiederum mein subjektiver Eindruck – einzig das Ausstellungsstück des Swan Collective interessant.

Trotz allem möchte ich Interessierten die Ausstellung doch empfehlen, zumal für Leute, die VR bisher nicht kennen.

Kunstmuseum Stuttgart: „Mixed Realities“

Ab dem 5. Mai 2018 (Vernissage am 4. Mai um 19 Uhr) wird in Stuttgarter Kunstmuseum die Ausstellung „Mixed Realities. Virtuelle und reale Welten in der Kunst“ gezeigt.

Zitat:

„Als erste museale Einrichtung in der Innovations- und Technologieregion Stuttgart präsentiert das Kunstmuseum Stuttgart exemplarisch sechs künstlerische Positionen, die sowohl mit analogen als auch mit digitalen Verfahren arbeiten. Tim Berresheim, Spiros Hadjidjanos, Daniel Steegmann Mangrané, Mélodie Mousset, Regina Silveira und The Swan Collective verwenden gleichermaßen Elemente der physisch-realen sowie der virtuellen Welt und verbinden beide in ihren Werken.“

Ich bin schon gespannt, ob unter den gezeigten Werken etwas ist, das mich interessiert.

Nachtrag: Ich habe mir im Internet Werke aller teilnehmenden Künstler angeschaut. Leider war nichts dabei, was mich irgendwie angesprochen hätte. Dabei ist rein technisch so viel möglich, aber allem Anschein nach fehlen da bei den Künstlern a) das entsprechende Bewußtsein oder b) die entsprechenden technische Fähigkeiten. Es tut mir leid, wenn ich das sagen muß, aber da kann jeder Hobby-User bei Blender Artists – zumindest rein technisch gesehen – mehr.