Aktuelles Heft von „digital production“

Im aktuellen Heft der Zeitschrift digital production befindet sich ein großer Teil zu dem quelloffenen 3D-Programm Blender, mit dem ich ja seit ein paar Monaten arbeite. Unter anderem beinhaltet dieses Heft ein Interview mit dem Gründer der Blender Foundation, Ton Roosendaal. Dieses Heft kann man übrigens im Rahmen der Gratis-Heft-Aktion umsonst bekommen. Dabei ist zu beachten, dass man/frau eben rechtzeitig kündigen muß, weil man sonst ein Abo bekommt.

P. S.: Ich habe das Heft mal durchgeblättert, aber in der Inhaltsangabe innen im Heft steht nichts von einem Interview mit Ton Roosendaal, lediglich in der Beschreibung auf der Website und vorn auf dem Cover des Hefts. Möglicherweise ist es ja doch irgendwo, und ich habe es nur nicht gefunden. (Das Interview – auf Englisch – kommt ab Seite 80.)

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Probleme beim Rendern in Blender 2.79b

Test-Render eines Parfum-Flakons

Dank der Unterstützung durch das Forum bei Blender Artists habe ich ein Problem mit dem Rendern des obigen Parfum-Flakons lösen können. Das Problem: Auf dem gelben Glas waren Quadrate und Rechtecke zu sehen (seht folgende Grafik):

Render mit Artefakten

Wie sich herausgestellt hat, lag das – und nicht zum ersten Mal – an der Blender-Version 2.79b in den Ubuntu-Quellen, bei der der Renderer teilweise fehlerhaft ist. Nachdem ich mir das aktuelle .tar.bz2-Archiv von blender.org heruntergeladen und entpackt habe, war das Problem beim Rendern weg.

Ich hatte so etwas Ähnliches bereits mit Blender 2.76b, wo beim Rendern einer Animation in einzelnen Frames (nicht überall) ein mysteriöses schwarzes Objekt aufgetaucht ist. Nach dem Wechsel auf Blender 2.79b war das Problem weg. Das war aber noch, bevor ich Ubuntu von 16.04 LTS auf 18.04 LTS upgedated habe. Nach dem Update habe ich mir Blender 2.79b wieder aus den Quellen installiert, und das ging eine Weile gut, bis wie gesagt obiges Problem beim Rendern aufgetaucht ist. Ich werde mir Blender jetzt also nur noch in der „offiziellen“ Version von blender.org herunterladen.

In absehbarer Zeit wird ja der neue Blender 2.8 mit überarbeitetem Interface und der Realtime-Engine Eevee herauskommen. Der Blender-interne Renderer (kurz: BI) wird dann wegfallen. Und Ton Roosendaal von der Blender Foundation hat in einem Interview (das vielleicht noch hier veröffentlicht wird) u. a. etwas von der Game-Engine Armory 3D gesagt. Anscheinend soll die in Blender 2.8 integriert werden (so habe ich das jedenfalls verstanden).

Kurz und gut: Da ich mir jetzt vorgenommen habe, was Blender angeht, am Ball zu bleiben und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen, mache ich langsam Fortschritte. Blender ist eben ob seiner vielfältigen Funktionen relativ komplex, und das intuitive Arbeiten stellt sich (das ist jedenfalls meine Erfahrung) erst ein, wenn man die Anfangsschwierigkeiten überwunden hat.

FMX 2018: Der vierte Tag

Logo der FMX 2018

Heute, am 4. und letzten Tag der FMX 2018 war das klare Highlight mein Interview mit dem Gründer der Blender Foundation Ton Roosendaal. Bevor ich das aber online stelle, muß ich erst das technische Problem lösen, wie ich die Audio-Datei von meinem (geliehenen) Handy auf meinen PC bekomme, und ich kann nur hoffen, dass die Tonqualität so gut ist, dass ich alles (oder wenigstens das Meiste) verstehe. Ton und ich haben uns ca. zwanzig Minuten unterhalten, wobei ich nicht nur etwas über die neue Render-Engine Eevee erfahren habe, die den Blender-internen Renderer (kurz BI) ablösen soll, sondern auch z. B., dass VFX-Firmen wie Pixomondo mit Blender arbeiten.

Nach dem Interview bin ich erst einmal etwas essen gegangen und habe mir dann kurz einen Vortrag und eine Diskussion über die Zukunft von VFX angehört. Dann habe ich mich nach einem kurzen Rundgang durchs Haus der Wirtschaft von der diesjährigen FMX verabschiedet und bin zurück nach Ludwigsburg gefahren. Im Mai habe ich dann die Gelegenheit, die dortige Filmakademie und das Animationsinstitut zu besichtigen und werde natürlich hier davon berichten.

Hier noch eine Auswahl von Fotos von der FMX 2018:

Mitarbeiter von StarVR mit VR-Brille

Treppenhaus des Hauses der Wirtschaft

Anzeige meines Zuges nach Stuttgart

Schild vor dem Raum Mannheim

Die FMX 2018 von außen

Hinweistafel außen am Raum Mannheim

Ich (mit Sonnenbrille) vor dem Haus der Wirtschaft

FMX 2018: Der dritte Tag

Logo der FMX 2018

Also, vermutlich werden das heute keine 1000 Wörter. Ich will trotzdem versuchen, den heutigen Tag auf der FMX 2018 zu beschreiben. Da ich mir vorgenommen hatte, um 10 Uhr in den Houdini-Vortrag im Raum Mannheim zu gehen, war ich bereits – wie ich dachte, rechtzeitig – um 9:45 Uhr im Haus der Wirtschaft – nur um festzustellen, dass zu meinem Leidwesen der besagte Raum bereits voll und ergo geschlossen war. Tja, so ging ich also erst in den Recruiting Hub zum Stand von Framestore, wo ich, nachdem wir schon Email-Kontakt hatten, hoffte, endlich Lauren Brady von der PR persönlich kennenzulernen. Ich hatte nämlich auf eine Anfrage von mir von ihr eine automatische Email erhalten, derzufolge sie auf der FMX sei. Der Stand war aber noch leer, und so machte ich mich auf die Suche nach dem Raum, in dem der Vortrag von Houdini gestreamt werden sollte. Nach einer kleineren Odyssee durch das Haus der Wirtschaft nahm sich eine freundliche FMX-Mitarbeiterin vom Info-Stand im 1. Stock meiner an und führte mich persönlich zu der Galerie im 2. Stock, wo sich schon einige Besucher vor einem großflächigen Bildschirm zusammengefunden hatten. Leider mußte ich feststellen, dass der Vortrag kaum zu verstehen war, und als der Sprecher schließlich lauter redete, so dass ich ihn auch verstehen konnte, war der Vortrag auch schon zu Ende. So verließ ich die Galerie wieder, nicht ohne ein Foto zu schießen, da es mir der rote Lichteffekt an einer Säule angetan hatte.

Lichteffekte an einer Säule

Mein nächster Weg führte mich zuerst nochmal zu Framestore, wo inzwischen die eine junge Frau am Stand war, von der ich am Dienstag ein Foto geschossen hatte. Nachdem ich ihr erklärte, dass ich auf der Suche nach Lauren Brady sei, meinte sie, die wäre gerade unterwegs, ich sollte nochmal wiederkommen. Sie nannte auch eine Uhrzeit (bzw. fragte mich, wann es mir denn passen würde). Ich verstand etwas von 5 nach 12, und etwas unsicher ging ich wieder nach unten in den Presseraum, wo sich aber zwei Männer so laut unterhielten, dass ich mich gestört fühlte. So nahm ich mir eine Butterbrezel und begab mich wieder nach oben in den 2. Stock, wo mir prompt die Mitarbeiterin von Framestore mit einer jungen Frau so um die dreißig mit langen dunklen Haaren entgegenkam. Wie sich schnell herausstellte, war diese junge Frau niemand anderes als eben Lauren Brady, die ich somit für mich ganz unerwartet (da ich sie eigentlich in London wähnte) persönlich kennenlernen durfte. Nach ein paar Worten verabschiedeten sich die beiden wieder und ich ging nochmals zum Raum Mannheim, wo es aber wieder so voll war, dass ich nicht hinein konnte.

Und um nochmal ganz kurz auf Framestore zu sprechen zu kommen: Ich hatte, nachdem ich erfahren hatte, dass auch Framestore an der Postproduktion von „Alita: Battle Angel“ von Robert Rodriguez beteiligt ist (der Film soll am 21. Dezember in die Kinos kommen), per Email bei Lauren Brady angefragt, ob sie mir eine Pressemitteilung hätte. Darauf kam zuerst die weiter oben erwähnte automatischen Nachricht und dann – als Nachtrag – eine Email von Lauren Brady persönlich, dass sie zu diesem Zeitpunkt nur sagen dürfte, dass Framestore an dem Projekt beteiligt sei. Ok, das konnte ich verstehen.

Ich weiß nicht mehr genau, was ich danach gemacht habe, aber irgendwann so gegen 10:30 Uhr nahm ich noch einen Anlauf und ging nochmal zum Raum Mannheim, wo es diesmal bis auf einen FMX-Angestellten in dunklem Anzug auffallend leer war. Dieser Angestellte hielt ein rotes Schild mit weißer Aufschrift hoch, das ich nicht umhin konnte zu fotografieren.

Schild

Der junge Mann im Anzug sagte mir auf meine Frage hin, dass es bald wieder sehr voll werden könnte, und so beschloß ich, in der Annahme, nicht lange warten zu müssen, dazubleiben. Nach ca. fünf Minuten sagte mir eine FMX-Mitarbeiterin, die ebenfalls da war, dass es noch eine halbe Stunde dauern könnte, und da ich nicht nochmal gefrustet sein wollte, beschloß ich, dazubleiben, und da das Stehen etwas unbequem war, machte ich es zwei jungen Männern nach und setzte mich auf den Boden. Nach einer Weile kamen noch zwei andere junge Männer dazu und setzten sich mir schräg gegenüber. Wie sich herausstellte, kamen sie aus Cardiff, wo sie Visual FX studierten.

Schild außen am Raum Mannheim

Nach einiger Zeit des Wartens (ein paarmal ging die Tür von Raum Mannheim auf und jemand kam heraus) war es dann endlich soweit: Der bereits erwähnte Mann mit dem dunklen Anzug postierte sich an der Tür, und nachdem sich die beiden jungen Männer rechts von mir erhoben, stand auch ich auf. Tatsächlich öffnete eine junge Frau von innen kurz darauf die Tür, schaffe es aber nicht, auxch den zweiten Türflügel zu öffnen, bis ihr der Mann im dunkeln Anzug zu Hilfe kam. Nun strömten Besucher auf dem immer noch relativ vollen Raum, und nachdem der Mann im dunklen Anzug unsrere Ausweise gescannt hatte, konnten wir endlich den Raum Mannheim betreten. Ganz hinten erspähte ich zwei oder drei leere Plätze, dahinter ein Tisch mit etwas dunkel Zusammengerolltem. Ich vermutete, dass es die Houdini-T-Shirts waren, was auch der Fall war. Ich nahm erst eines in die Hand, erst als der junge Mann rechts neben mir ein T-Shirt zurücklegte und ein anderes nahm, wurde mir klar, dass die T-Shirts verschiedene Größen haben mußten. Ich suchte und suchte, konnte die Größe auf Anhieb aber nicht finden. Schließlich erspähte ich doch ein kleines „S“ auf der weißen Umhüllung. Also zu klein für mich. Ich nahm ein anderes, aber das hatte ebenfalls Größe „S“. Die T-Shirts etwas weiter rechts waren „M“, aber ein „XL“ oder „XXL“ hatten sie anscheinen nicht. So kam es, dass ich doch auf mein Houdini-T-Shirt verzeichten mußte. Also setzte ich mich hin, und kurz darauf begamm Jeff „Old School“ Wagner mit seinem Vortrag. Schnell wurde mir klar, dass es hier um die Simulation von Wasser gehen sollte – ein Thema, das mich ehrlich gesagt nicht besonders interessiert. So stand ich kurz entschlossen auf und verließ den Raum Mannheim wieder.

Da es mittlerweile kurz vor Mittag war, nahm ich mir vor, eine FMX-Karte für meine Schwester bei der Post in der Bolzstraße einzuwerfen und dann etwas essen zu gehen. Da das Vapiano nur ein paar Schritte oberhalb der Post liegt, beschloß ich, es da zu versuchen und einen Salat zu essen. Aber nachdem ich eine Chipkarte erhalten hatte und mich bei „Salat“ anstellte, kam eine ganze Weile niemand, bis ich schließlich nachfragte. Dann kam eine junge Frau, die sich aber sichtlich Zeit ließ. Ich wurde immer ungeduldiger, und als sich direkt hinter mir ein paar junge Frauen anstellten und laut zu reden begannen, wurde es mir zuviel, und so verließ ich das Vapiano wieder. Beim Hotalo etwas weiter unten aß ich dann (entgegen meinen Vorsätzen; ich wollte nicht immer nur Nudeln mit Hühnchen essen) eben doch Nudeln mit Currysoße und frittierten Hühnchen, was auch gar nicht so schlecht schmeckt. Zudem ist es viel günstiger als beispielsweise Vapiano (wenn auch nicht ganz so gesund wie ein Salat). Nach dem Hotalo machte ich noch einen Abstecher in die Parfümerie Douglas und fragte nach einem „schweren“ Damenparfum. So etwas hatten sie da zwar, aber Proben davon gab es leider keine, und so ging ich unverrichteter Dinge wieder, um schließlich beim um diese Zeit noch erfreulich leeren Starbucks einen café latte zu trinken.

Ich ging dann nochmal zur FMX zurück, aber ich hatte mir vorgenommen, heute früher zu gehen, weil heute abend noch der Vortrag von Ton Roosendaal ist, von dem ich bereits berichtet habe. Der Bericht über diesen Vortrag steht also noch aus; ich werde ihn heute abend nachtragen.

FMX 2018: Der zweite Tag

Logo der FMX 2018

Heute traf ich so gegen 10:30 Uhr auf der FMX 2018 ein. Ein Punkt, der mich heute besonders interessierte, war Digital Humans, zu dem es im Stuttgarter Kino Gloria 2 ein paar Vorträge gab. Zuvor wollte ich allerdings auch mal erleben, wie es ist, so ein VR-Headset aufzuhaben. Am Stand von StarVR mußte ich leider etwas warten und schaute ungeduldig auf eine schon etwas ältere Besucherin, die gerade die VR-VBrille und die Kopfhörer auf hatte und sich im virtuellen Raum umschaute. Ich konnte das, was sie sah, dabei auf einem großen Bildschirm verfolgen, auf dem sich ein paar physikalisch korrekt gerenderte Roboter gerade ein Gefecht lieferten. Als die Frau den Helm schließlich abgenommen bekam, war die Reihe an mir. Ich stellte mich nach den englischen Anweisungen der jungen Frau von StarVR ein paar Schritte nach vorn und wartete etwas unsicher darauf, was jetzt mit mir geschehen würde. Als ich die VR-Brille aufgesetzt bekam, mußte ich mich erst einmal im virtuellen 3D-Raum orientieren. Unsicher schaute ich mich um, während vor mir ein gerenderter Affe ein „Z“ in den Pfoten hielt. Dann wechselte die Szene und ich sah eine Art Drohne (oder was das war) von oben herabschweben und auf der Straße landen. So langsam begriff ich, dass die ganze Szene mit 360°-Rundum-Blick dreidimensional gerendert war. Zwar ließ die Auflösung noch etwas zu wünschen übrig, aber der nun auftauchende Roboter war wirklich sehr echt. Nachdem ich mir den Roboter kurz angeschaut hatte und mich im virtuellen Raum umsah, tauchte nun noch ein zweiter Roboter mit einer Art Maschinenpistole auf. Das nun folgende Gefecht war leider nicht nach meinem Geschmack. Ich fühle mich bei gewalttätigen Szenen nicht besonders wohl und kann auch Ballerspielen absolut nichts abgewinnen. Außerdem stellten sich bei mir leichte Kopfschmerzen ein, und so war ich froh, als die junge Frau von StarVR mir signalisierte, die Brille wieder abzunehmen. OK, so war das meine allererste Erfahrung mit VR. Ich sehe bei dieser Technologie aber die Gefahr, dass, wenn sie noch weiter ausgereift ist (sprich: bessere Auflösung), gerade bei etwas labilen Menschen ein Realitätsverlust droht. Unweigerlich fällt mir dabei auch der aktuelle Film „Ready Player One“ von Steven Spielberg ein, der ja auch teilweise bzw. überwiegend in einer virtuellen Welt spielt, in welche der öden Realität überdrüssige Menschen (der Film spielt im Jahre 2045) flüchten.

Ich und das FMX-Maskottchen

Nach einem erneuten Rundgang durch den Recruiting Hub und einem Abstecher in den Presseraum begab ich mich so gegen 11:20 Uhr auf den Weg zum Kino „Gloria 2“, um mir den Vortrag „Replicating Rachael for „Blade Runner 2049″“ von Axel Akesson von MPC anzuhören. Oben im 2 Stock des „Gloria“ mußte ich aber zusammen mit den anderen Besuchern geschätzte fünf Minuten warten, bis wir ins Kino durften, wo gerade der vorherige Vortrag zu Ende ging. Nachdem gebeten wurde, während des kommenden Vortrags nicht zu fotografieren, begann also Axel Akesson mit einem kurzen Showreel von MPC, das mir persönlich aber nicht so gut gefiel. Ich habe irgendwie den Eindruck, dass es bei diesen Showreels hauptsächlich darum geht, möglichst viele möglichst spektakuläre Effekte in vielleicht drei Minuten oder so unterzubringen. Diese Tendenz finde ich auch bei den derzeit laufenden Blockbustern à la Marvel wieder, und ich frage mich da im Stillen, ob es denn keinen Platz mehr für die leisen Töne gibt. Wie ich in dem auf das Showreel folgenden Vortrag feststellen mußte, verstand ich zu meinem Leidwesen nur die Hälfte des von Axel Akesson von Zetteln abgelesenen Vortrags, so dass ich nach einer halben Stunde die Konsequenzen zog und das Kino verließ. Draußen wandte ich mich etwas frustiert Richtung Schloßplatz, wo auf der gläsernen Fassade des Kunstmuseums in übergroßen grünen Lettern die am 5. Mai beginnende Ausstellung „Mixed Realities“ angekündigt wurde.

Fassade des Stuttgarter Kunstmuseums

Ich bin da ja etwas skeptisch, werde aber am 4. Mai abends zur Vernissage gehen und mir die ausgestellten Exponate einmal anschauen. Ich habe ja im Vorfeld dieser Ausstellung via Google schon etwas recherchiert, und um ganz ehrlich zu sein, umhauen tun mich die Werke der ausstellenden Künstler wirklich nicht. Dabei könnte das dem Titel nach wirklich eine spannende Ausstellung werden. Mal sehen, ob da auch eine VR-Installation ausgestellt wird. Nach meinem Erlebnis auf der FMX 2018 habe ich ja zumindest einen ersten Eindruck davon bekommen, was technisch möglich ist. Und um nochmal auf „Replicating Rachael“ zurückzukommen: Ich habe per Email bei MPC nachgefragt und als Antwort den Hinweis auf Google bekommen, den ich hiermit weitergebe. Ich habe ja schon in meiner Besprechnung von „Blade Runner 2049“ keinen Hehl aus meiner Enttäuschung gemacht. Rein technisch gesehen ist die Arbeit von Double Negative und Framestore absolut brillant, aber inhaltlich kann ich dem Film leider nicht viel abgewinnen. Ich finde ihn einfach öde und langweilig; ein guter Science-Fiction-Film sieht für mich anders aus.

Um meinen Frust etwas zu mildern, bin ich kurz entschlossen zum Feinkost-Böhm gegangen und habe mir einen Salat gekauft, den man sich dort extra zusammenstellen kann. Nachdem ich wieder draußen war, hörte ich auf einmal einen Akkordeonspieler, der wirklich schön gespielt hat. Ich bin dann zu ihm hingegangen und habe ihm etwas Geld gegeben. Dann bin ich wieder zurück zur FMX, und nach einem Abstecher in den Presseraum bin ich nochmal zum Recruiting Hub gegangen, weil es da am Stand von MPC solche schwarzen Mützen gab, und ich wollte einem Bekannten eine mitbringen. Insgesamt war ich heute länger auf der FMX als gestern, ungefähr vier Stunden. Morgen kommt dann der von mir mit Spannung erwartete, eine Stunde lange Vortrag „Using Blender for Movie Production“ von Ton Roosendaal, dem Gründer der Blender Foundation und übermorgen folgt ein Interview mit Ton Roosendaal, auf das ich auch gespannt bin.

FMX 2018: Der erste Tag

Logo der FMX 2018

Da ich S-Bahn-Fahren nicht so sehr mag, war ich froh, glücklicherweise einen Regional-Express nach Stuttgart zu erwischen. Am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen, kaufte ich mir noch schnell ein Croissant und begab mich dann mit der Stadtbahn zum Schloßplatz, von wo aus das Haus der Wirtschaft, in dem die FMX 2018 stattfindet, bequem zu erreichen ist. Bei der Registrierung traf ich denn auch Frau Steller, die es 2007 ermöglicht hat, dass ich zur FMX akkreditiert wurde.

Mein Presseausweis

Ein Punkt, den ich mir – abgesehen von einer allgemeinen Orientierung – für den ersten Tag vorgenommen hatte, war ein Besuch beim sog. Recruiting Hub, genauer gesagt an den Ständen von Double Negative und Framestore. Im Vorfeld der FMX 2018 hatten mir ja beide Firmen freundlicherweise Stills für zwei Beiträge hier auf :: graf-o-matic :: zukommen lassen.

Das Team von Framestore auf der FMX 2018

Beide Teams waren ausnehmend freundlich, wenn auch etwas distanziert, und so ging ich nach einem kurzen Hallo auf die Suche nach dem Raum für die Presse. Als ich nach einer kleinen Odyssee zuerst im Erdgeschoß des nebenbei baulich sehr schönen Hauses der Wirtschaft vergeblich nach dem Presseraum gesucht hatte und dann im 4. Stock, in den man mich verwiesen hatte, ebenfalls nicht fündig geworden war, landete ich schließlich im 2. Stock, wo sich eine der FMX-Angestellten mit Inga von Staden unterhielt, die ich noch von meiner ersten FMX im Jahre 2007 her kenne, als sie – auf Englisch – einen sehr schönen Vortrag zum Thema „Web 2.0“ gehalten hat, und die inzwischen zum Program Board der FMX gehört. Ich habe auf der Liste der Sprecher der FMX nachgeschaut, ob Frau von Staden auch dieses Jahr wieder einen Vortrag halten würde, was aber leider nicht der Fall ist. Schade!

Schild am Eingang zum Presseraum der FMX 2018

Von der FMX-Angestellten erfuhr ich jedenfalls endlich, dass sich der Presseraum im 1. Stock befinden würde, und er war dann auch durch die bei der FMX durchgängig rote Beschilderung nicht zu verfehlen, und nachdem ich eine Tasse Kaffee getrunken hatte, machte ich mich auf, um die FMX zu erkunden. Dazu muß ich noch anmerken, dass sich der Presseraum direkt neben dem School Campus befindet, der doch relativ laut ist. Im Kontrast dazu ist der Presseraum trotz offener Tür doch so etwas wie eine Oase der Ruhe, sofern das überhaupt bei einer Konferenz dieser Dimension möglich ist.

Hmm, wo war ich nun überall? Abgesehen vom Recruiting Hub, den ich ein paarmal besuchte, sah ich mich etwas im Market Place (ich weiß, das ist alles auf Englisch, aber die FMX ist eben nun mal eine internationale Konferenz) um. Vor allem hatten es mir die Stände mit VR-Simulationen angetan, aber da dort überall mehrerer Leute anstanden, bin ich eben weitergegangen. An einem Stancd mit einer CAD-Software sprach ich kurz mit einem jungen Mann, der, wie sich herausstellte, wie ich Blender benutzt und der dankbar war, dass ich ihm von dem Vortrag „Using Blender for Movie Production“ von Ton Roosendaal, dem Gründer der Blender Foundation, am Donnerstagnachmittag erzählte. Das hätte er noch nicht gewußt. Im angrenzenden Turm A (oder war es Turm B? ich bringe das immer durcheinander) befand sich die Suite von Autodesk. Zu meiner Enttäuschung lief dort auf einem großen Monitor lediglich eine Demonstration von 3DS MAX, während ich mich darauf gefreut hatte, die neueste Version von Maya kennenzulernen. Na ja, vielleicht klappt das ja morgen.

Das Haus der Wirtschaft heute morgen

Dann war ich noch am Stand des Renderers V-Ray, wo ich erfuhr, dass der in Blender integrierte Renderer Cycles doch nicht so schlecht sei. Ich möchte ja Blender zum Character Modeling benutzen und habe kurz mit dem Gedanken gespielt, mir zum Rendern neben dem – übrigens kostenlosen – Blender-Plug-in einen Render-Node von V-Ray zu kaufen, der pro Node € 200,- netto kostet. Ich habe bei Frau Steller übrigens Interesse an einem Interview mit Ton Roosendaal angemeldet, und wer weiß, vielleicht klappt das ja die nächsten Tage. Ich werde dann jedenfalls hier davon berichten.

Ich war dann noch kurz bei einem Stand von SAE, die ja auch eine Niederlassung in Stuttgart-Feuerbach haben und laut SAE-Booklet „mit rund 30.000 Studierenden und über 50 Standorten eine der ältesten und größten privaten Bildungseinrichtungen im Medienbereich“ sind.

Logo des Animation Media Cluster Region Stuttgart

Dann möchte ich noch auf den (m. W. bundesweit einmaligen) Animation Media Cluster Region Stuttgart hinweisen, in dem insgesamt 20 Firmen und vier Schulen, darunter die renommierte Filmakademie in Ludwigsburg, vernetzt sind.

Zitat aus dem Booklet des Media Clusters:

„Baden-Württemberg gilt als Deutschlands Top-Standort im Bereich Visuelle Effekte und Animation. Kein anderes Bundesland verzeichnet eine so hohe Dichte an VFX und Animationsstudios.“

So, das wäre mal ein grober Überblick über meinen ersten Tag bei der FMX 2018. Morgen werde ich mehr berichten.